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Neue Idee: Ballermann-Touristen direkt zur Kasse bitten

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Neuer Vorschlag im Kampf gegen den Exzess-Tourismus: Ballermann-Touristen könnten direkt zur Kasse gebeten werden

Die Tourismusindustrie auf Mallorca kämpft seit einigen Jahren gegen das Phänomen der „Sauftouristen“. Es ist verständlich, denn während am Ballermann ausgelassene Stimmung herrscht und ausgiebig gefeiert wird, eskalieren die Situationen regelmäßig in Exzesse. Dies führt zu Vandalismus, verschmutzten Straßen und Schlägereien.

Die Verantwortlichen auf Mallorca wollen diesem Treiben nun ein Ende setzen. Zuletzt verkündete der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, während der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin : „Schluss mit dem Vandalismus“.

Er schlägt strengere Maßnahmen gegen das exzessive Trinken vor, aber die lokale Branche zweifelt an der Umsetzbarkeit von Martínez‘ geplanter Verordnung.

Martínez kündigte unter anderem an, dass bei Unruhen und Vandalismus gegen die verantwortlichen Touristen künftig höhere Geldstrafen verhängt werden sollen. Diese Strafen sollen abschrecken und das Problem eindämmen.

Doch Pedro Marín, der Leiter des örtlichen Hotelierverbandes, zweifelt nun daran, ob diese Strafen überhaupt durchgesetzt werden können. Er ist zwar dafür, höhere Geldstrafen zu verhängen, aber er glaubt, dass diese Maßnahmen ins Leere laufen könnten: „Man muss prüfen, inwieweit diese Geldstrafen juristisch gegen Touristen durchsetzbar sind, die oft ohne Ausweispapiere unterwegs sind.“

Stattdessen könnte eine alternative Lösung Erfolg versprechen: In Amsterdam müssen Touristen mögliche Ordnungswidrigkeiten direkt vor Ort bezahlen. Laut spanischen Medien schlägt Juan Miguel Ferrer, Vorsitzender der Qualitätsinitiative Palma Beach, genau dieses „Amsterdamer Modell“ auch als Lösung für Palma de Mallorca vor.

Die geplante Erhöhung der Polizeipräsenz wird von der Wirtschaft in Palma begrüßt, und sie möchte sogar aktiv dazu beitragen. Verbandschef Marín schlug vor, dass Hotels zusätzliche Zimmer „zu einem moderaten Preis“ für Polizisten anbieten könnten.

Die Hoteliers sind enttäuscht, dass sie nicht in die Entwicklung einer geplanten Verordnung der Stadtverwaltung für die neuen Maßnahmen einbezogen wurden, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Doch das sind nicht die einzigen Sorgen der Branche.

Vor einigen Tagen äußerte Marín bereits in der Zeitung Bedenken über zu hohe Erwartungen an die Besucherzahlen in Mallorcas Hauptstadt in diesem Jahr. Hoffnungen auf einen Boom wurden zunichte gemacht; man könne froh sein, wenn es genauso viele Touristen wie im Vorjahr gebe.

Ein Grund dafür sei unter anderem, dass Ostern dieses Jahr so früh liegt. Dadurch gibt es eine große Lücke zwischen dem Osterwochenende und dem Beginn der Sommersaison, die höchstens mit radikalen Billigangeboten überbrückt werden kann.

Die bisherigen Buchungszahlen sind enttäuschend und liegen hinter den Erwartungen zurück. Auch ein Ansturm an Last-Minute-Buchungen ist ausgeblieben. Mehrere Hotels haben daher beschlossen, im März noch geschlossen zu bleiben und erst im April zu öffnen.

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