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Finnwale vor Mallorca

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Foto: © Mallorca-OK

Seltener Besuch vor Mallorca. In den Gewässern des Cabrera National Parks wurden drei Finnwale gesichtet. Die Tiere wurden von Mitarbeitern des Umweltministeriums entdeckt. Durch die ruhige See und die optimalen Sichtverhältnisse war die Beobachtung für mehr als eineinhalb Stunden möglich. Bis auf 40 Meter konnten sich die Forscher den gigantischen Tieren nähern.

Es handelte sich um ein Weibchen von etwa 18 Metern Länge und ein Jungtier, das dritte Tier wurde zwar gesehen, konnte aber nicht genauer beobachtet werden. Die Sichtung ist für die Wissenschaftler ein wichtiges Puzzleteil in der Erforschung der Wanderrouten der Wale.

Finnwale sind laut wikipedia die nächsten Verwandten des Blauwals, gelegentlich wird sogar von Kreuzungen beider Arten berichtet. Sie sind die zweitgrößten Tiere der Erde. Erwachsene Männchen erreichen auf der Nordhalbkugel eine Länge von 18 bis 24 Metern, in südlichen Gefilden werden sie mit 20 bis 27 Metern sogar noch größer. Finnwale sind in allen Weltmeeren verbreitet, allerdings meiden sie normalerweise die Küstenregionen. Ihre Jungen werden im Winter mit einer Länge von sechseinhalb Metern und einem Gewicht von 1.800 Kilogramm  in den subtropischen Gewässern geboren. Bereits nach sechs Monaten sind sie zehn bis zwölf Meter lang.  Im Sommer wandern die Tiere in die kälteren Gebiete der Arktis beziehungsweise der Antarktis. Da die Jahreszeiten auf den Erdhalbkugeln einander entgegengesetzt sind, begegnen sich die südlichen und nördlichen Finnwale nie. Manche Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass es sich um zwei unterschiedliche Spezies handelt.

Finnwale ernähren sich als Bartenwale hauptsächlich von Krill und anderen Kleinstlebewesen jagen bei Gelegenheit aber auch kleine Schwarmfische. Dabei können die Tiere bis zu 82 Tonnen Wasser auf einmal aufnehmen, täglich verschlingt ein einziger Wal bis zu zwei Tonnen Nahrung.  Ein Finnwal kann ein wahrhaft biblisches Alter von über 100 Jahren erreichen, das älteste jemals entdeckte Tier war 140 Jahre alt. Der einzige wirkliche Feind der Finnwale ist der Mensch. Bis ins 19. Jahrhundert blieben die Bestände unberührt. Der Finnwal war zu schnell und seine Vorliebe für die offene See machte den Blauwal als Beute der Walfänger attraktiver. Erst als dieser immer seltener wurde, begann die Jagd auf die Finnwale. 1937 und 1938 wurden im Südpolarmeer über 28.000 Tiere getötet. Die Jagd ging bis in die späten 1960er Jahre weiter, bis die Finnwale nahezu ausgerottet waren. 1986 wurde nach einem Beschluss der internationalen Walfangkommission die kommerzielle Jagd auf Finnwale gestoppt, bis sich die Bestände erholt haben. 2006 erlaubte die isländische Regierung den Walfang wieder und es wurden auch wieder Finnwale getötet.

Ursprünglich gab es auf der Südhalbkugel etwa 400.000 und im Norden etwa 70.000 Finnwale. Durch die exzessive Ausbeutung wurde die Zahl auf insgesamt unter 5.000 gedrückt. Seit sie geschützt sind, hat sich der Bestand erholt. Südlich des Äquators finden sich jetzt etwa 15.000 Tiere, nördlich ist die Zahl sogar schon wieder auf 40.000 Tiere angewachsen. Da die Tiere aber sechs bis zehn Jahre brauchen um geschlechtsreif zu werden, wird es aber noch lange dauern, bis die Finnwale von der Liste der gefährdeten Tierarten gestrichen werden können.

© Mallorca-OK

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