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In Spanien rutschen die Preise in den Keller: Deflation

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Die viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion ist wohl in eine Deflation geraten. Das dürfte die Diskussion anheizen, ob die Europäische Zentralbank nun mehr tun wird. Doch was kann das bedeuten?

In Spanien sinken die Preise. Schön für die Spanier, schön für deutsche Touristen auf Mallorca – ansonsten: uns doch egal. Könnte man meinen. Wäre aber grundfalsch. Erstens sind sinkende Preise ein schlechtes Signal für das südeuropäische Krisenland. So sehr sie den Menschen dort für den Moment entgegenkommen, so sehr befeuern sie die Angst vor einer dauerhaften Deflation. Denn mit den Preisen sinken die Umsätze der Unternehmen, drohen noch mehr Arbeitslose, weniger Kaufkraft und weiter fallende Preise – oder mit anderen Worten: eine fatale Abwärtsspirale. Zweitens trifft diese Nachricht womöglich schon bald auch die deutschen Sparer. Der Druck auf die Euro-Hüter der EZB wächst, die drohende Deflation in Südeuropa durch einen noch niedrigeren Leitzins zu bekämpfen. Das würde die ohnehin kaum noch vorhandenen Sparzinsen der Nulllinie noch ein Stück näher bringen, deutsche Vermögen verlören noch rasanter an Wert. Deshalb sollte sich die EZB ihre Entscheidung reiflich überlegen. Zumal die bisherigen Zinsschritte zwar dem Norden geschadet, dem Süden aber kaum geholfen haben.

Was ist Deflation?

Unter Deflation versteht man in der Volkswirtschaftslehre einen allgemeinen, signifikanten und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Deflation entsteht, wenn die Geldmenge zu gering ist, die Gesamtwirtschaftliche Nachfrage also geringer ist als das gesamtwirtschaftliche Angebot. Deflation tritt üblicherweise zusammen mit einer Depression auf.

Auswirkungen der Deflation

Zunächst gehen von einer Deflation die entgegengesetzten direkten Effekte aus als von einer Inflation; Schuldner werden benachteiligt, da ihre über Kredite finanzierten Sachgüter in Geldeinheiten gemessen an Wert verlieren, aber sie nach wie vor den gleichen anfangs festgesetzten monetären Wert begleichen müssen. Hingegen profitieren Besitzer von Geldvermögen von einer Deflation, da ihr Kapital nun – zinsbereinigt – einen höheren Wert hat als am Anfang der Periode. In der Folge kommt es vermehrt zu Insolvenzen von verschuldeten Unternehmen, mit negativen Auswirkungen auf deren Arbeitnehmer und Gläubiger.

 

Die Kaufkraft der Konsumenten steigt, wenn die Löhne nicht stärker sinken als die Preise. Problematisch ist auch hier die Deflation, wenn nicht alle Preise frei und damit anpassungsfähig sind. Bei einer konstanten Geldmenge würde sich die Produktivitätssteigerung direkt auf die Preise auswirken.

(Mallorca-OK/ Westdeutsche Allgemeine Zeitung/Wikipedia)

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