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Das Problem mit den Scheinehen auf Mallorca

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Gericht Mallorca

Scheinehen auf Mallorca aufgeflogen! Europäer kassierten für Heirat mit Südamerikanern 5000 Euro

Aktuell steht ein Rechtsanwalt auf Mallorca zur Zeit vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen falsche ihn zwischen Südamerikanern und EU-Bürgern organisiert zu haben.

Die Antragsteller, die aus Argentinien und Brasilien stammten und transgender sind, hätten hierfür Beträge zwischen 1.500 und 2.500 Euro für die Erledigung der Formalitäten gezahlt. Der Beschuldigte soll ein Mitglied der Madrider Anwaltskammer sein – für die bürokratischen Operationen fälschte er bestimmte Daten und Dokumente wie Wohnanmeldungen, und kümmerte sich um die „legalen“ Anmeldungen der Antragsteller als Residenten in der Europäischen Union.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn daher eines „Verbrechens gegen die Rechte ausländischer Bürger“, was einer Verurteilung zu anderthalb Jahren Gefängnis bedeuten kann. Zudem wirft ihm das Gericht die Fälschung öffentlicher Urkunden vor, was in dem Fall mit weiteren zwei Jahren Haft geahndet werden würde. Im Falle einer Verurteilung müsste er außerdem eine Geldstrafe von 1.800 Euro zahlen.

Aber auch die Personen, die sich an der Scheinehe beteiligten, sitzen auf der Anklagebank. Die EU-Bürger, die an den fiktiven Eheschließungen teilgenommen haben, erhielten hierfür jeweils 5.000 Euro als Gegenleistung. Bei den Beschuldigten handelt es sich um eine Italienerin und vier Männer mit spanischer und italienischer Nationalität. Da die Angeklagten in diesen Fällen als Mittäter beschuldigt werden, fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren für sie.

Zwischen Ende 2017 und 2019 sind insgesamt sechs solcher Schein-Hochzeiten auf Mallorca arrangiert worden, davon fünf in Binissalem und eine in Palma. Auch die sechs südamerikanischen Staatsangehörigen, die durch ihre Scheinehen eine Aufenthaltserlaubnis in der EU erlangt hatten, sollen sich laut Gericht schuldig gemacht haben – sie kommen möglicherweise für ein Jahr ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft fordert zudem, dass die Ehen annulliert werden und den Südamerikanern die Aufenthaltskarte für die Europäische Union entzogen wird.

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