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Sa Calobra und der Torrent de Pareis – Der Weg ist das Ziel

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Sa Calobra und der Torrent de Pareis

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Sa Calobra und der Torrent de Pareis sind mehr als nur einen Ausflug wert. Hier sollte man sich am Besten einen ganzen Tag Zeit nehmen.

Der Torrent de Pareis ist einer der spektakulärsten Orte auf Mallorca. Etwa 500 Meter von der Bucht von Sa Calobra entfernt, öffnet sich die gewaltige Schlucht zum Meer hin, ein Postkartenpanorama, dass fast jeder Mallorca-Reisende unbedingt sehen möchte. Aber nicht nur der Torrent selbst, sondern bereits die Fahrt hinunter nach Sa Calobra ist ein Erlebnis.

Der Weg ist das Ziel

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Serpentinenstraße hinunter zur Bucht kann Menschen mit Höhenangst Schweißperlen auf die Stirn treiben. Besonders wenn tagsüber die Touristenmassen mit Bussen hinunter in die malerische Bucht gebracht werden, kann es schon einmal richtig eng werden – nicht gerade angenehm wenn es an der Seite mehr als hundert Meter nach unten geht…

Unfälle passieren aber trotzdem relativ selten. Wer aber die Abfahrt wirklich genießen möchte, der muss morgens vor 10 Uhr oder am frühen Abend und möglichst in der Nebensaison fahren, ansonsten artet das Unternehmen schnell in Stress aus. Im Sommer besuchen bis zu 30.000 Menschen täglich den Torrent de Pareis und die Bucht von Sa Calobra, und dorthin führt nur ein einziger Weg.

Die Serpentinenstraße zweigt von der Ma-10 ab, von Pollenca aus gesehen nur ein paar Kilometer hinter dem Kloster Lluc. Auch von Sóller aus ist die Strecke sehenswert, man kommt auf dem Weg am Puig Major, dem höchsten Berg Mallorcas und den großen Stauseen vorbei. Die Straße nach Sa Calobra führ erst einmal recht harmlos über einen Bergrücken.

Nach wenigen Kilometern erreicht man den berühmten Kravattenknoten, eine Kurve, die sich einmal um sich selbst schlingt und dahinter beginnt der wirklich spektakuläre Teil der Strecke. Geplant wurde dieses Kunstwerk des Straßenbaus übrigens von dem itanienischen Ingenieur Antonio Parietti, der auch für die Panoramastraße am Cap Formentor verantwortlich war. Bereits Ende der 1920er Jahre schaffte er es, die beiden Straßen nicht gefühllos in die Landschaft zu pflastern, sondern sie sanft, den natürlichen Gegebenheiten der Landschaft folgend, zum Ziel zu führen. Die Serpentinenstraße nach Sa Calobra ist sein Meisterwerk und wurde 1932 fertiggestellt.

Für den Fahrer ist die Abfahrt eher etwas anstrengend, für die Passagiere ein unvergessliches Erlebniss, bei dem man sich auch nicht von anderen Autofahrern hetzen lassen sollte. Besser man fährt ab und zu einmal rechts ran und lässt allzu eilige Zeitgenossen vorbei. Die schroffe Wildnis des Tramuntana-Gebirges zeigt nach jeder Kurve neue Facetten, uralte Pinien klammern sich an Felsgiganten, schmale Durchlässe geben gerade einmal genug Platz für ein Auto frei. Dazu kommen immer wieder grandiose Aussichten hinab ins Tal. Leider gibt es aber viel zu wenige Aussichtspunkte an denen man anhalten könnte, um das Naturschauspiel ausgiebig zu betrachten. Einer der Schönsten liegt direkt vor einem schmalen Felsdurchlass – ebenfalls eines der bekanntesten Fotomotive der Insel.

Unten angekommen befindet sich gleich rechts ein großer kostenpflichtiger, Besucherparkplatz ( zwei Euro pro Stunde bis 5,50 Euro für fünf Stunden oder mehr). Weiter kann man mit dem Privatwagen auch nicht fahren, unten ist alles den Anwohnern und den Bussen vorbehalten ist. Etwa 400 Meter sind es vom Parkplatz noch hinunter zur kleinen Kiesbucht von Sa Calobra. Dort finden sich einige Strandbars, Bootsanleger, ein paar Hotels und Geschäfte mit dem üblichen Touristenkram. Trotzdem ist schon diese Bucht mit den steil abfallenden Felshängen sehenswert.

Nach rechts geht es dann von der Bucht aus in Richtung Torrent de Pareis. Nach zwei durch den Fels getriebenen Fußgängertunneln und weiteren 500 Metern erreicht man die berühmte Schlucht. Der Torrent de Pareis ist eigentlich nur 3300 Meter lang und beginnt am Zusammenfluss des Torrent de Lluc und des Torrent des Gorg Blau. Dieser Punkt heißt s’Entreforc. Der Name Torrent de Pareis bedeutet nicht etwa, wie man angesichts der Schönheit der Schlucht meinen könnte, Paradies, sondern schlicht nach seinen zwei Zuflüssen „Doppelbach“ (Pareis=Paar). Der Höhenunterschied vom Beginn der Schlucht bis zum Strand beträgt 180 Meter.

Im unteren Teil ist die Schlucht sehr breit, weiter oben verengt sie sich teilweise auf wenige Meter, während die Felswände bis zu 200 Meter aufragen. Es lohnt sich auf jeden Fall auch vom Strand aus einige Meter in die Schlucht hinein zu gehen, den wirklich sehenswerten Teil kann man aber von dort aus nicht erreichen, weil man sich schnell unüberwindlichen Felsbarrieren gegenüber sieht.

Eine Wanderung aus der anderen Richtung von s’Entreforc aus dauert fast sechs Stunden und muss gut geplant werden. Sie gilt als eine der schönsten, aber auch gefährlichsten Touren der Insel. Immer wieder muss die Bergwacht schlecht ausgerüstete Wanderer aus dem oberen Teil der Schlucht retten, nicht selten kommt es sogar zu Todesfällen. Wenn es in den Tagen vorher geregnet hat, ist von einer Wanderung durch den gesamten Torrent grundsätzlich abzusehen, die Felsen sind auch noch Tage nach Niederschlägen extrem rutschig, weil das Wasser im Schatten der Felsen nur sehr langsam abtrocknet. Für diese Strecke sind eine Wanderausrüstung, Handy, genügend Proviant und ein geeigneter Wanderführer (z.B. Wandern auf Mallorca aus dem Reise Know-How Verlag) unabdingbar.

Von unten kann man etwa 400 Meter weit problemlos in die Schlucht hinein gehen. Auch dort deutet sich schon die wilde Schönheit des Torrent de Pareis an. Entstanden ist die Schlucht übrigens durch sogenannte Karst-Erosion, bei der Teile des Kalksteins weggewaschen wurden und natürliche, darunter liegende Hohlräume einstürzten.

Im Jahr 2003 wurde der Torrent de Pareis und seine zwei Zuflüsse zum Naturdenkmal erklärt. Im 445,81 Hektar großen Naturschutzgebiet Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc sind alle Aktivitäten verboten, die nicht mit dem Schutz des Gebietes vereinbar sind, beispielsweise das Sammeln von Gestein, das Campen außerhalb dafür vorgesehener Orte oder das Verändern der Wassersysteme. Sport- und Freizeitaktivitäten mit Beteiligung von über 20 Personen sind anmeldepflichtig, über 40 Personen genehmigungspflichtig, wie auch die Jagd und das Anbringen neuer Sicherungshaken beim Klettern in den Schluchten.

So kommen Sie hin:
Tipps:

Fahren Sie möglichst erst nachmittags nach 16 Uhr in die Bucht hinunter – ansonsten wird die Fahrt zum puren Stress.

Wenn sie besonders schöne Fotos haben wollen – ignorieren Sie den ersten Tipp – das beste Licht hat man im Torrent de Pareis um die Mittagszeit, Nachmittags werfen die Felswände zu starke Schatten. Dann sollten Sie aber schon vor 10 Uhr dort sein, um wenigstens bei der Hinfahrt dem schlimmsten Busverkehr zu entgehen.

Man kann von Port de Sóller auch mit dem Boot nach Sa Calobra fahren. Die Boote von Barcos Azul fahren im Sommer um 10 Uhr, 11:15 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr in Port de Sóller ab. Die Rückfahrten sind um 12 Uhr, 13:45 Uhr und um 16:30 Uhr. Die Zeiten können sich aber je nach Wetterbedingungen ändern, bei starkem Seegang fallen sie auch ganz aus. Um sicher zu gehen, dass die Boote auch wirklich fahren, sollten Sie auf jeden Fall unter 971 630 170 bei der Fährfirma nachfragen.

Sa Calobra – Port de Sóller – Sa Calobra (Hin-und Rückfahrt): 22 Euro, Kinder 11 Euro
Sa Calobra – Port de Sóller (einfach): 13 Euro, Kinder 6 Euro
Kinder bis 6 Jahre frei.
Fahrradmitnahme: 4 Euro

© Mallorca-OK

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