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Das Chaos bei Air Berlin und Niki geht heute weiter

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Zahlreiche Air Berlin und Niki-Flüge gestrichen: Auch Mallorca-Flüge fallen aus

Der wilde Pilotenstreik bei der Air Berlin und der Tochtergesellschaft Niki wirkt sich auch heute auf den Flugverkehr aus. Mehr als 200 Flüge wurden heute gestrichen, Tausende Passagiere stehen an geschlossenen Schaltern.

Nach ersten Angaben fallen folgende Flüge auf Mallorca aus:

  • HG7732, 8.35 Uhr von Berlin – Tegel nach Palma de Mallorca sowie den Rückflug
  • HG7733, 9.40 Uhr von Palma de Mallorca nach Berlin – Tegel

Ursache ist nach Angaben des Unternehmens, dass sich 200 der rund 1500 Piloten quasi gleichzeitig krankmeldeten. Nach BILD-Informationen haben sich rund 500 Piloten entweder krankgemeldet, oder sind im Urlaub, oder haben einen freien Tag.

Kritik an der Aktion der Piloten kommt auch von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). „Wir distanzieren uns ausdrücklich davon, dass Cockpit dazu aufgerufen haben soll, da haben wir keine Aktien drin“, sagte deren Sprecher Markus Wahl am Dienstag.

Der Kranken-Streik sei eine „spontane Aktion“ der Piloten, nicht mit der Gewerkschaft abgesprochen. Cockpit fordert vielmehr die Piloten auf, den Flugbetrieb bei Air Berlin sicher zu stellen.

Geschäftsleitung der Air Berlin nimmt Stellung

Krankmeldungen sind existenzbedrohend für airberlin

airberlin ist gezwungen, über 100 der heute geplanten 750 Flüge zu streichen. Grund für die Flugstreichungen ist, dass sich rund 200 der insgesamt 1.500 airberlin Piloten krankgemeldet haben. Überhaupt kein Verständnis hat airberlin für die zahlreichen kurzfristigen Krankmeldungen während des Crewbriefings unmittelbar vor dem Flug oder auf dem Weg zum Flugzeug.

airberlin CEO Thomas Winkelmann sagt: „Die airberlin Mitarbeiter sind bislang sehr professionell mit der schwierigen Situation des Unternehmens umgegangen. Dafür gebührt ihnen große Anerkennung. Das, was wir jedoch heute bei einem Teil der Belegschaft sehen, ist ein Spiel mit dem Feuer. Der heutige Tag kostet uns mehrere Millionen Euro. Wir führen gerade die finalen Gespräche mit möglichen Investoren. Eine stabile Operations ist die zwingende Voraussetzung für ein Gelingen dieser Verhandlungen. Nur so können wir möglichst viele Arbeitsplätze sichern.“

Frank Kebekus, der Generalbevollmächtigte des Unternehmens, sagt: „Die heutigen Ereignisse gefährden das gesamte Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung massiv. Wenn sich die Situation nicht kurzfristig ändert, werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen.“

Das Management der airberlin arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Generalbevollmächtigten Frank Kebekus und dem Sachwalter Lucas Flöther mit Hochdruck an Verhandlungslösungen für die airberlin. Eine zentrale Rolle bei diesen Verhandlungen spielt der Erhalt so vieler Arbeitsplätze wie möglich. Bis Freitag dieser Woche läuft die Frist für die Angebote der Investoren. Ziel ist, im Gläubigerausschuss am 21. September zu konkreten Entscheidungen zu kommen.

Wichtig für die Passagiere

Derweil rät das Europäische Verbraucherzentrum betroffenen Air Berlin-Kunden bei Annullierung ihres Fluges auf eine Umbuchung zu bestehen. Wer auf eigene Kosten einen Ersatzflug buche, könnte auf den Kosten sitzen bleiben. Denn diese müssten dann über die Insolvenz-Tabelle angemeldet werden – und da wird aller Voraussicht nichts zu holen sein.

Wichtiger Hinweis für die Passagiere

Air Berlin, Niki und Eurowings raten ihren Fluggästen vor der Fahrt zum Flughafen im Internet zu checken, ob ihr Flug heute stattfindet.

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